Dirk

LG Solar kooperiert bei Forschung mit Universität in Seoul

Von I

LG Solar forscht mit Hochdruck an der Zukunft der Solarenergie. Bei einer jetzt vereinbarten Forschungskooperation mit einer südkoreanischen Universität geht es um neue Materialien bei der Einkapselung von Solarmodulen.

Ende September hat LG Solar eine Vereinbarung mit der Seowon Universität und dem Unternehmen Dow Corning abgeschlossen. Inhalt der Forschungskooperation: Auf dem Dach der in Seoul ansässigen Universität wird eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 15 Kilowatt installiert. Diese Anlage besteht aus Solarmodulen von LG und zwar mit zwei verschiedenen Technologien. Dabei geht es um die Erprobung neuer Materialien für die so genannte Einkapselung.

Sandwich Solarmodul

Ein Solarmodul kann man sich als eine Art Sandwich vorstellen: es besteht aus mehreren Schichten. Oben wird das Modul von einer Glasschicht abgedeckt und unten mit einer schwarzen Schicht, um das Sonnenlicht optimal zu absorbieren. Dazwischen liegen die Strom produzierenden Siliziumzellen.

Damit diese nicht einfach Wind und Wetter ausgesetzt sind, werden sie geschützt mit Hilfe einer sogenannten Einkapselung. Dafür wird aktuell das Material Ethylen-Vinyl-Azetat (EVA) eingesetzt. Aus diesem Kunststoff werden 0,8 Millimeter dünne, durchsichtige Folien gefertigt, die die Siliziumzellen oben und unten schützen.

Die Einkapselung von Solarzellen ist ein wichtiger und zeitintensiver Schritt in der Produktion von Photovoltaik-Modulen. Das Einkapselungsmaterial verbindet die verschiedenen Komponenten, wirkt dabei als elektrischer Isolator und gibt dem Modul mechanische Stabilität. Außerdem muss das Material thermisch stabil und optisch sehr transparent sein, um die hohen Anforderungen an eine lange Lebensdauer der PV-Module zu erfüllen.

Silikon – Werkstoff der Zukunft

Wie erwähnt: die Produktion eines Solarmoduls mit dem Kunststoff EVA ist zeitaufwändig, weil dieser zunächst erwärmt und aufgezogen wird und zuletzt erkaltet. Außerdem ist dieser Prozess ziemlich komplex und kann in Hinsicht auf Produktionskosten sicherlich weiter optimiert werden.

Davon ist LG jedenfalls überzeigt und will diesen Herstellungsprozess mit Hilfe eines Produktes des Unternehmens Dow Corning, einem Tochterunternehmen des US-Chemie-Konzerns Dow Chemical, verbessern. Statt EVA als Einkapselungsmaterial soll in Zukunft ein spezielles Silikon zum Einsatz kommen. Das liefert technisch bessere Ergebnisse wie EVA, ist zudem kostengünstiger in der Produktion und schützt offenbar noch besser vor der Degradation der Solarmodule, dem altersbedingten Leistungsabfall.

Auf dem Dach der Seowon Universität sollen in einer Modellanlage beide Systeme – eines mit EVA und eines mit Silikon – nebeneinander installiert und somit unter wirklich identischen Wetterbedingungen geprüft und verglichen werden.

Schon jetzt ist geplant, den Test auf eine 1-Megawatt-Anlage auszudehnen.

“Die Photovoltaik-Produkte von LG Electronics haben im globalen Markt ein solides Ansehen aufgebaut auf Grund unserer hohen Standards bei der Qualitätskontrolle und im Kundenservice,” sagte Lee Chung-ho, Chef der Solarsparte bei LG. “LG wird sich weiter auf Innovationen fokussieren, mit denen wir die höchste Leistung bei PV-Systemen im Solar-Markt erreichen wollen.”

Quelle: Daily Finance