Noch im April konnte ich mir nicht vorstellen, Bücher auf einem elektronischen Reader zu lesen. Es war mir einfach zu abstrakt und die im Handel erhältlichen Reader waren mir zu teuer. Mittlerweile hat sich viel getan und ich bin an einen Punkt gekommen, an dem ich meine Meinung noch einmal überdenken sollte.
Seit einigen Tagen habe ich nun die Kindle-App auf meinem LG P990 OPTIMUS SPEED installiert und lese regelmäßig Abends vor dem Einschlafen noch ein paar Seiten. Wie ist es aber dazu gekommen?
Fangen wir also von vorn an.
Ich lese sehr gern. Neben modernen Werken auch alte Bücher. Dazu gehören zum Beispiel Goethe oder Schiller. Während andere, vor solchen Schriften Reißaus nehmen, freue ich mich nach einem stressigen Tag in eine vergangene Welt einzutauchen, die fern unserer modernen Probleme ist.
In Europa erlischt das Urheberrecht siebzig Jahre nach dem Tod des Verfassers. Das bedeutet, dass dessen Texte dann legal und kostenlos und bestenfalls im Netz zu finden sind. Also habe ich nach einer Stelle gesucht, an der die Stücke gesammelt als PDF veröffentlich sind. Überall findet man sie zwar in HTML-Form, aber als PDF-Sammlung wird es da schon schwieriger.
Ich fragte nach einer kleinen Ewigkeit des Googlens auf Google-Plus meine Kontakte, ob nicht jemand eine Empfehlung für mich hätte, wo ich solche PDFs herbekommen könnte. Man empfahl mir stattdessen die Kindle-App für Android. Zwar entsprach es nicht so ganz meinem Wunsch nach PDFs, aber ich stellte schnell fest, dass Amazon eine unglaublich große Auswahl kostenloser Bücher besitzt.
Das entsprach zumindest meinem Ziel, dass ich ins Auge gefasst hatte: Bücher auf meinem Android lesen zu können.
Zusätzlich fährt die App noch einige Extras auf, die ich persönlich mittlerweile sehr zu schätzen weiß.
App-Übersicht – Büchersammlung
Wenn ich die App starte, bekomme ich eine Übersicht meiner gekauften Bücher. Hierbei kann ich auswählen, ob sie nach Titel, Autor oder Aktualität sortiert werden sollen. Bei der Sortierung nach Aktualität erscheint das zuletzt geöffnete Buch immer oben in der Liste.
Auch wird Anhand von kleinen Kreisen unter den Titeln angezeigt, wie umfangreich ein Buch ist. Wenn man es liest, wird der Lesefortschritt dadurch visualisiert, dass die sonst transparenten Kreise golden werden. Sind alle Kreise goldfarben, hat man das Buch fertig gelesen.
Textansicht
Die Textansicht ist sehr schön minimalistisch gehalten. Die Taskleiste wird ausgeblendet und man hat nur den reinen Text vor sich. Zu diesem gibt es einige Einstellungsmöglichkeiten, die sich daran orientieren, wo und wie man gern liest.
In den Anzeigeoptionen kann man zuerst einmal die Schriftgröße festlegen. Gerade auf Geräten mit einem kleineren Screen, wirkt sich das sehr positiv auf die Lesbarkeit aus.
Dann hat man die Wahl zwischen drei Farbthemes. Schwarze Schrift auf weißem Grund, Sepia (rostrote Schrift auf beigem Grund) und graue Schrift auf schwarzem Grund.
Hierbei sollte man den Modus wählen, der sich am Umgebungslicht orientiert. Im Dunkeln lese ich lieber mit schwarzem Hintergrund und Tagsüber meist in Sepia. So ist es für die Augen nicht zu anstrengend.
Die dritte Anzeigeeinstellung beftrifft die Helligkeit. Hier kann man die Stufe einstellen, die ein entspanntes Lesen ermöglicht. Hierbei sollte man nicht zu hell oder zu dunkel wählen, weil dies zu Kopfschmerzen führen kann.
Lesemodus
Wenn man einen Text liest, wird horizontal geblättert. Seitenweise also wie bei einem normalen Buch auch. Im Text selbst kann man Abschnitte auswählen, Notizen dazu machen und sie farblich markieren. Einzelne Wörter lassen sich aus der App heraus in einem Wörterbuch nachschlagen. Das hilft ungemein wenn man einen etwas schwierigeren oder alten Text liest. Man bekommt die Erklärung also direkt dazu und verbleibt trotzdem im Text.
Wenn man das Lesen unterbrechen möchte, um am nächsten Tag weiterzulesen, legt man mit der Menütaste einfach ein Lesezeichen an. Die App merkt sich dann diese Stelle und springt zu ihr, wenn man das nächste mal das Buch öffnet.

Einbindung in soziale Netzwerke / Sharing
Die Kindle-App für Android bietet Sharing, sodass man einige Informationen mit seinen Sozialen Netzwerken teilen kann. Darunter fällt zu Anfang des Buches die Information, dass man das Lesen eines bestimmten Werkes begonnen hat, im Buch selbst den prozentualen Lesefortschritt und am Ende des Buches, dass man es beendet hat.
Schön ist hierbei, dass durch das Android-interne Sharing-System keine Einschränkung der Dienste vorgenommen wird. Bietet sich eine App an, Inhalte direkt aus dem Kontextmenü zu teilen, so funktioniert sie auch mit der Kindle App.
Was ich noch schön finden würde, wäre die Möglichkeit, Zitate mit seinen Netzwerken zu teilen. Manchmal findet man ja Textstellen, die man anderen mitteilen muss. Das funktioniert bislang nicht. Ob diese Funktion kommen wird weiß ich allerdings nicht.
Und was kostet der Spaß?
Die App von Amazon ist kostenlos. Sehr viele Bücher im Kindle Shop sind ebenfalls kostenlos. Hier muss man allerdings auf Klassiker stehen, um dieses Privileg genießen zu können.
Leider ist es um populäre, deutschsprachige Bücher im Shop noch ein bisschen schlecht bestellt. Meist findet man nur die englischsprachigen Versionen von denen, aber ich bin zuversichtlich, dass sich das noch ändern wird. Auch mp3-Stores brauchten ihre Anlaufzeit.
Mein Fazit

Christian Friedrich Hebbel sagte mal „Seine Meinung zu ändern, erfordert manchmal mehr Mut, als bei seiner Ansicht zu verharren.“
Ob ich mit dem Einsatz der Kindle-App nun großen Mut bewiesen habe, kann ich nicht sagen, aber ich habe meine Meinung zu digitalen Büchern geändert. Zwar werde ich neue Bücher, die ich unbedingt lesen möchte, in Papierform kaufen, nicht nur weil es sie nicht digital gibt, sondern auch weil ich sie gern im Regal stehen habe. Aber ich werde E-Books nicht mehr ablehnend gegenüberstehen. Vor allem bei urheberrechtsfreien Werken finde ich diese Möglichkeit, an Lesestoff zu kommen und vielleicht auch neuen zu entdecken, unglaublich innovativ.
Dass mir mein LG P990 OPTIMUS SPEED dabei behilflich ist, freut mich umso mehr, denn dieses ist sowieso mein ständiger Begleiter.
Von mir bekommt diese App auf jeden Fall eine klare Empfehlung. Leseratten werden auf ihre Kosten kommen.

Preis: kostenlos
Android Market Link: https://market.android.com/details?id=com.amazon.kindle&feature=search_result
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Also ich ahbe mir die App ebenfalls mal angesehen und sie entnervt wieder deinstalliert weil egal welches Buch ich aufrief, (Ich gebe zu es sind etwas neuere Bücher als die oben benannten 70 Jahre nach Tod) immer der Hinweis zu lesen war, dass dieses Buch für mein Land nicht verfügbar wäre. Da frage ich mich dann schon was ich falsch gemacht habe.
Hallo Carlo,
das Problem habe ich weder bei älteren noch bei neueren Büchern. Welche Exemplare waren es bei dir?
Hallo Ricarda,
vielen Dank für das interessante Blog. Beides, Erfahrungsbericht und kleines Tutorial fand ich sehr interessant.
Ich habe das Kindle 3 und lesen auf Smartphone (wenn man z.B. Wartezeiten hat) oder nächstes Jahr auf Tablet sind interessante Ergänzungen dazu. Ich lese zwar auch noch oft Bücher, aber Lesestoff immer dabei haben zu können, ist unheimlich praktisch.
Hallo Ricarda,
Wenn ich in das app hineingehe, im kindle-shop die Rubrik Bücher anwähle und dann beispielsweise die Unterrubrik Belletristik aufrufe kommen bei mir sofort die Topseller von 1. bis 10. auf der ersten Seite. Da ist dann auf der 1 z.B. band 1-Ach wär ich doch zu Hause geblieben(kindle Edition). Und bei allen steht bei mir “Dieser Artikel ist für ihr Land leider nicht verfügbar. Selbisges bei den anderen Rubriken. Irgendwie finde ich das sehr merkwürdig.
Es ist auch angemeldet mein Gerät. Keine Ahnung warum das so ist.
@Carlo:
tja, besse spät als nie…
hatte das gleiche Problem. Konnte das für mich so lösen: Auf amazon Website einloggen > mein Konto > Einstellungen > Mein Kindle > Ländereinstellungen > Bei “Aktuelle Land” bestehende Adressewählen oder neu eingeben.
Jetzt klappts mit download