Ich bin auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Hier mein neuer Bericht.
14:35 Bin auf der Messe rumgestrollt, gebummelt, habe mich treiben lassen. Mal schauen, was sich sonst so tut in der Welt der mobilen Kommunikation. Durch die Hallen geschlendert. Denn hier gibt es ja viel mehr zu sehen, als die ganzen Hersteller von Smartphones. Mobile Kommunikation ist eine komplexe Technik und es gibt da viele Hersteller, Unternehmen und Dienstleister, die sich damit befassen und die man sonst gar nicht zu Gesicht bekommt.
Beispiele?
Der Stand Ägyptens ist groß. Natürlich haben auch mich die Ereignisse der letzten Wochen im Land am Nil bewegt. Und jetzt stehen sie vor einem, die Mobilunternehmen von dort. Schon komisch irgendwie. Denn das Handy war ja ejnes der Mittel, mit dem diese Revolution organisiert wurde. Die ägyptische Fahne hängt am Stand. Das beste: auf den Display im Hintergrund laufen Revolutionsclips. Fetzige Mucke, unterlegt mit Bildern vom Tahir Platz. Ich spreche kurz mit einem jungen Mitarbeiter, der die Fahne als Anstecker am dunklen Anzug trägt. Ja, das Mobilnetz war abgeschaltet für die Öffentlichkeit. Jetzt ist er stolz auf sein Land.
An einem kleinen Stand steht Matt Liszt aus Kalifornien. Er hat Testgeräte aufgebaut. Thema: 3D auf kleinen Displays ohne Brille. Hallo? Das ist DAS LG-Messethema. Ich quetsche ihn ein wenig aus. Wie funktioniert das eigentlich? Man muss sich das so vorstellen, so Liszt, dass das Display aus mehreren Schichten besteht. Ganz unten ist quasi die Bild emittierende Schicht. Darauf befinden sich diverse Filterschichten. Zuletzt eine Schicht mit Längsstreifen, die das Bild für das rechte bzw. linke Auge aufbereiten. Ob LG die von ihm vorgestellte Technik auch benutzt? Nee, die haben was eigenes, aber so ähnlich ist es auch. Thanx Matt.
Es sind auch sehr viele Unternehmen vertreten die Anlagen für die Netzinfrastruktur anfertigen. Hier eines, das Sendemasten zusammen mit einer Solaranlage anbietet. So kommt das Handy auch noch in die letzten Weltgegenden, die vom Strom abgehängt sind. Von der Agrargesellschaft gleich katapultiert ins dritte Jahrtausend. Geht doch.
Dann stoße ich an einem Stand auf Telefone, die wie die guten alten Festnetzdinger aussehen. der Clou: Man kann seine SIM-Karte einlegen und dann funktionieren die wie ein Handy. Sind vor allem in Spanien sehr beliebt und in Gegenden, in denen es gar kein Festnetz gibt. Ich finds klasse. Preis: um die 200 Euro.
Was ist das denn? Das sind WLAN-Sender für Zuhause und gleichzeitig Lampen. Geilo.
Ahh, Fraunhofer ist auch da! Eines der herausragenden deutschen Forschungseinrichtungen. Ach, die forschen auch über 3D… Habe mir das erläutern lassen. Es geht natürlich schon wieder um die Zukunft. Genauer: LTE advanced. So siehts nämlich aus: wir haben noch nicht mal LTE und die forschen schon an der Weiterentwicklung. Jedenfalls haben die einen Codec entwickelt, mit dem es möglich ist, auf demselben Signal gleichzeitig 2D zu senden und 3D als Premiumservice. Jetzt hoffen sie, dass ihr Codec Standard wird. Das Interesse sei groß, berichten die Wissenschaftler.
Hersteller von Handytaschen stellen hier auch aus, logisch. Meine Frage: welches Modell verkauft sich eigentlich am besten? Klapptasche, Handysocke, Hülle? Und in welchen Farben? Antwort: total unterschiedlich. Es gibt keinen einheitlichen europäischen Geschmack. Während die Leute in Serbien eher auf dunkle Klappdinger abfahren, wirds in Schweden gerne pink. Sie würden sich manchmal selbst wundern, was wo geht und was nicht.
Nee, oder? Mitten im Messegewusel eine veritable Blaskapelle? Kein Scheiß. Dazu wird Weißbier ausgeschenkt. Und welcher Stand hat das jetzt organisiert? Öhm …. die Österreicher. Na gut, clever, das zahlreiche Publikum aus Asien geht voll drauf ab. Volle Hütte.
15:07 Ich habe Hunger. Jetzt könnte ich es wagen, mir was zu besorgen, die langen Schlangen sind etwas abgeflaut. Cu later… Um 5 Interview mit LG.









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