Dass die meisten Schulen in Deutschland mit unzureichendem Technologie-Equipment und elektronischen Medien ausgestattet sind, ist hinlänglich bekannt. Eine neue Studie der BITKOM untermauert dieses Problem mit weiteren Zahlen und zeigt einige Optionen auf, was in der zukünftigen “Schule 2.0″ nicht fehlen sollte.
Die Umfrage wurde vom Forsa-Institut mit 500 Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 14 bis 19 Jahren durchgeführt. Die Umfrage ergab, das rund 43 Prozent der Schüler gar keinen oder nur selten Zugriff auf PCs im Unterricht haben. Nur 15 Prozent der Schüler haben täglichen Zugriff auf Computer und Internet in der Schule. Dabei sollen die meisten Schulen sogar mit der entsprechenden Geräten ausgestattet sein, allerdings kommen die Medien einfach nicht genug zum Einsatz.
Nach der Umfrage wünschen sich rund 84 Prozent der Schüler, dass die elektronischen Medien im Unterricht eingesetzt werden. Dies soll unter anderem zu einem besseren Verständnis der Lehrinhalte beitragen. Außerdem soll der Einstieg in die Berufswelt vereinfacht werden, da die meisten Berufe in der heutigen Zeit gar nicht mehr ohne digitale Medien auskommen.
Die BITKOM hat außerdem noch einige Beispiele vorgestellt, wie man den Unterricht in Schulen mit digitalen Medien aufwerten kann:
- Interaktive Tafeln (Whiteboards) als Ersatz der alten Kreide-Tafeln
- Einsatz von mobilen Laptops und Tablet-PCs
- Schulbücher durch E-Books ersetzen
- Gestaltung neuer Unterrichtsformen
- Die Fächer Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften sollen bis zu einem Drittel der Unterrichtszeit einnehmen.
Die kompletten Zahlen und Vorschläge erhaltet ihr über die Quelle. Wie schaut es an eurer Schule aus, sofern ihr noch in die Schule geht? Welche weiteren Empfehlungen hättet ihr an das Projekt Schule 2.0?
Quelle: Blogspan Magazine
Bitkom redet viel wenn der Tag lang (oder kurz) ist. Meiner Erfahrung nach sind universelle Computer das Schlimmste was man im Unterricht einsetzen kann. Es wird alles gemacht, bis auf den Unterricht konzentriert. Sei es nun Chatten oder Minesweeper spielen. Die Geräte lenken bei weitem mehr ab als sie nutzen.
Einen eigentlichen positiven Nutzen bleiben die Geräte sowieso noch schuldig. Wofür benötigt man einen Computer oder ein interaktives Whiteboard in Mathematik oder Informatik? Außer für Geometrie in Mathematik kann ich mir keinen sinnvollen Nutzen vorstellen, welcher die enormen Anschaffungskosten rechtfertigt.
Hier ist meiner Meinung nach eindeutig zu viel reine Lobby-Arbeit zu erkennen. Hauptsache irgendwie Steuergelder abstauben, welche deutlich besser in mehr Lehrkräfte investiert werden sollten.
Hallo Tantalus,
Natürlich hat das ganze auch Nachteile wie zum Beispiel die Verwendung von Inhalten außerhalb des Unterrichtes. Aber das ist ja mit den Handys genauso.
Eine Möglichkeit wäre halt eine Intranet-Anwendung, die zum Beispiel den Zugriff auf das Internet nur ermöglicht, sofern der Lehrer das WLAN-Netz freigibt. Somit hätte man schon einmal ein Problem weniger.
Und Computer und Whiteboards kann man meiner Meinung nach in jedem Umfang nutzen, sofern man es richtig macht. Da ist es fast egal, ob es Mathe oder Geometrie ist.
LG
Stefan
Handys sind wegen solcher Spielereien auch im Unterricht (zumindest bei uns) nie erlaubt gewesen. (und das war sogar noch vor Smartphone-Zeiten)
Das Problem bei deinem Vorschlag mit dem W-LAN liegt darin, dass es nicht ausreicht nur W-LAN an/aus zu machen. Die Clients dürfen untereinander nicht kommunizieren, oder doch? Sie dürfen definitiv nicht alle Webseiten erlauben -> Whitelisting.
Hinzu kommen Geschichten, wie erlauben von spezifischen Netzfreigaben, einzelne Programme die benutzt werden dürfen, und und und.
Kurzum: Lehrkräfte sind damit überfordert. Hinzu kommt das Schulen oft (alle Schulen der Sekundarstufe I und II an denen ich war) eine schlechte Administration besitzen. Da wurde bei mir z.B. einfach ein Sportlehrer dazu verdonnert sich darum zu kümmern. (is ja jung, dann mudda sich damit auch ausgennen)
Ergebnis waren bisher immer fehlerhafte Systeme, welche sich überlisten ließen. (und überlistet wurden) Inkl. solcher speziellen Schulsysteme, welche eigentlich für diesen Zweck entwickelt wurden.
Durch solche Systeme steigt die Belastung der Lehrkräfte (die nun einmal mit modernen Technologien Probleme hat, da sie sich nicht tagtäglich damit auseinandersetzt) enorm an und der Overhead, um beispielsweise die Whitelists zu pflegen ist enorm.
Für normale Mathematik oder sonstige Fächer sehe ich in interaktiven Whiteboards keinen Vorteil. Einzig die Möglichkeit Daten zu speichern wäre interessant, ufert jedoch wieder in die Diskussion “Beamer mit Folien im Netz oder Kreide und abschreiben?” aus.
Statt ein oder zwei interaktive Whiteboards zu kaufen (für mehr reicht das Geld nicht), sollte man lieber ein paar Euro für jeden Raum investieren und diese blöden Schwämme/Lappen rauswerfen und durch diese Fensterputzer-Abzieh-Teile ersetzen. Damit sind Tafeln nämlich angenehm les- und benutzbar.
Sicher, die Analyse, dass BITKOMM ein Lobby-Verein ist, ist nicht ganz so falsch. Der Rest der Einlassungen ist so eher: “Naja…” Es geht doch um ganz andere Visionen und pädagogische Notwendigkeiten.
Zum Beispiel, die Schüler mit den modernen Medien vertraut zu machen. Zum einen, um ihnen zukünftige Berufschancen zu eröffnen, zum anderen, um sie Web-2.o-fähig zu machen.
Die Argumente von Tantalus scheinen mir eher rückwärtgewandt, von der Schule her gedacht und nicht von den Notwendigkeiten, die Schüler gut auszubilden.
Im übrigen gibt es viele Forschungsprojekte und Erfahrungen in Schulen, in denen jeder Schüler mit einem Laptop ausgerüstet wird. Deren Erfahrungen sind interessant. Sicher, das Ding muss auch mal abgeschaltet werden. Aber immer nur die Gefahren, die Zeitverplempereien zu sehen, halte ich für ziemlich verwegen, ja, sogar für gefährlich. Es geht doch gerade darum, den Jugendlichen klar zu sagen: mit dem Ding kann man nicht nur Quatsch machen und zocken, sondern eben auch arbeiten!! Von der Unterrichtsorganisation mal abgesehen. Das bereitet die wirklich vor, auf die Zukunft. An den Uni geht heutzutage rein gar nichts mehr ohne Computer. Beigebracht wird den Kindern das allerdings in den Schulen nicht, das machen die alle irgendwie selbst. Das nenne ich Versagen der zeitgenössischen Pädagogik.
Ich bin nur auf diesem Gebiet recht pragmatisch.
Und meine Erfahrungen haben mir bisher gezeigt, dass sobald ein universeller Computer im Spiel ist die Leistung drastisch einbricht. Ich war z.B. in Sek II an einem Berufskolleg in einer schulischen IT-Ausbildung, bei welcher in vielen Fächern und bei verschiedensten Lehrkräften Computer eingesetzt wurden.
Solange nicht wirklich jeder Pups reglementiert wurde und die Lehrperson nicht ununterbrochen hinten stand, um die Rechner zu überwachen, wurde bei mindestens einem Viertel der Klasse auf den Rechner gespielt, gemalt oder gesurft. (wobei im 2. Jahr sogar der Großteil von denen volljährig war!)
Die Schüler mit modernen Medien vertraut zu machen ist schön und gut. Jedoch muss man dies IMHO nicht in jedem Fach machen. Die modernen Medien sind, so wie sie jetzt sind (Internet, GUI, …), gerade mal etwa zwei Jahrzehnte alt. Das ist höchstens ein halbes Arbeitsleben! Statt viel Geld und Zeit in die Anschaffung von sich stark verändernden Geräten und Weiterbildung von Lehrkräften zu investieren, sollten sich die Fachlehrer lieber auf ihr konkretes Fach konzentrieren. Mathe verändert sich nur alle paar dutzend Jahrzehnte mal. Die Grundlagen in diesen Fächern zu erlernen ist deutlich wichtiger für das spätere Leben, als ein “jetzt kann ich sogar seine Hausaufgaben in MS Word schreiben”.
Für ein zusätzliches Fach a la “neue Medien”, welches auch über mehrere Jahre geht, bin ich jedoch uneingeschränkt dafür. In so einem Fach sollten IMHO vor allem Grundlagen in der Benutzung von Anwendungen (KEIN wie benutze ich Produkt XYZ von MS), Internet und rechtliche Aspekte (Datenschutz, Urheberrecht, …) behandelt werden.