Das Internet hat ja so seine Weiten, gleiches gilt für die deutsche Blogosphäre. Ein klarer Überblick über die zahlreichen Blog-Angebote ist daher recht schwierig. Deshalb möchten wir euch hin und wieder Blogs vorstellen, die sich mit Themen rund um Technik beschäftigen. Im LG-Blog-Interview stellen wir den Männern und Frauen hinter dem jeweiligen Blog ein paar Fragen, damit ihr schnuppern könnt, ob das vorgestellte Blog von Interesse für euch sein könnte.
Diesmal hat mir Marco, der unter Mindsdeligt.de bloggt, Rede und Antwort gestanden:
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1. Bitte stell dich kurz vor.
Mein Name ist Marco Friedersdorf, bin 24 Jahre alt und mittlerweile, nachdem ich auch einige andere Sachen ausprobierte, im zweiten Lehrjahr der Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Außerdem lebe ich seit gut vier Jahren in Berlin-Neukölln und kann allen versichern, dass es hier wesentlich ruhiger zugeht, als es einem manchmal die Medien erzählen möchten.
In meiner knappen Freizeit lese ich ganz gern mal den einen oder anderen Comic (maßlose Untertreibung) oder werfe ein Spiel in die Konsole, sofern ich nicht irgendwelche Filme schaue oder eben blogge. Ja, das ist eigentlich das zeitintensivste meiner Hobbys, dafür aber auch eines der schönsten.
2. Warum heißt dein Blog so wie es heißt? Wie hast du zum Bloggen gefunden und warum bloggst du?
Mittlerweile führe ich diesen Blog nun schon seit fast zweieinhalb Jahren. Damals wollte ich eigentlich nur ein bisschen herumprobieren, ein bisschen programmieren und Grafiken gestalten und eigentlich auch nur mal schauen, wie das alles funktioniert. Allerdings bemerkte ich relativ schnell, dass das Bloggen als solches extrem viel Spaß bereiten kann, vor allem, wenn man Kommentare oder Trackbacks bekommt. Klar, dass ich da relativ schnell angefixt war und immer weiter machte.
Blogs an sich kannte ich natürlich auch schon länger, allerdings dauert es dann doch noch ein bisschen, bis ich mich wirklich damit auseinandersetzen wollte, da ich den Sinn dahinter nicht direkt verstand. Heute frage ich mich natürlich, wie ich so blind sein konnte.
Die Frage, warum mein Blog so heißt, wie er heißt, ist eine wirklich gute, weil ich mir darüber wirklich sehr lange Gedanken gemacht habe. Ich hatte das erste Design damals schon fast fertig, aber noch immer keinen wohlklingenden Namen für das Ganze. Er sollte beschreiben, was ich erreichen will, was die Leute zu erwarten haben, dabei aber nicht zu plump klingen und schon gar nicht das Wort „Blog“ enthalten. Ich wollte meinen Lesern Denkanstöße bieten, sie zum Nachdenken bewegen, ein wenig das Hirn verknoten und ihnen einen Mehrwert bieten, quasi ihren Geist fordern. Ich glaube der Name passt so ganz gut, vor allem in Kombination mit dem Logo.
Ob ich die Ziele aber immer so erreiche, steht auf einem ganz anderen Blatt. Daher ist der Name vielleicht nicht nur eine einfache Bezeichnung für andere, als auch eine kleine Erinnerung für mich.
Das sind übrigens auch die Gründe, warum ich blogge: Ich möchte unterhalten, meine Meinung kundtun, Geschichten erzählen und Unsinn treiben. Aber ich bin auch genauso süchtig nach Kommentaren und Trackbacks. Ich bin da ganz offen und habe wirklich kein Problem damit, das zu zugeben.
3. Worüber schreibst du am liebsten in deinem Blog?
Meine Themengebiete sind wirklich sehr breit gefächert. Wenn es mir gefällt, gehe ich einfach davon aus, dass es auch meinen Lesern gefallen wird. Wenn es mich bewegt, wird es auch irgendetwas in meinen Lesern auslösen und wenn ich es abstoßend finde, dann, und diese Erfahrung habe ich wirklich sehr oft gemacht, finden es meine Leser sogar noch weitaus schlimmer.
Trotzdem habe ich aber auch diverse Schwerpunkte, an denen ich mich entlanghangele. Das sind zum einen natürlich Comics und Actionfiguren, eine Leidenschaft, die ich schon sehr lange (mit Pausen) hege, und gute Musik, wobei sich die Bedeutung dieses Begriffs stetig erweitert oder ändert. Allerdings sind Filme (nicht nur Blockbuster, sondern gern auch Indieproduktionen und B-Movies) auch eine Leidenschaft von mir, weswegen man davon ausgehen kann, dass diese ebenso ihren Weg in meinen Blog finden.
Ich achte im Übrigen wirklich darauf, nicht einfach nur stupide den Content zu bringen und maximal den Inhalt des Videos zu beschreiben, sondern versuche, zu jedem Video und zu jedem Bild noch eine kleine Geschichte zu erzählen. Gern Privates, manchmal auch einfach nur irgendwelchen Quatsch. Was mein Leser dann damit anfängt, sei ihm selbst überlassen.
Allerdings versuche ich auch wirklich vermehrt, richtige Artikel von mehreren hundert (mehr möchte ich meinen Lesern nicht zumuten, was selten klappt) Wörtern zu schreiben, die dann aber leider meistens weniger Resonanz bekommen, als das neuste Internetmem.
4. Was ist dir am wichtigsten, wenn du dir ein Gadget kaufst: schickes Design, innovative Technologie, der praktische Nutzen?
Ich glaube mittlerweile gehen diese drei Aspekte Hand in Hand. Allerdings finde ich, wenn ich mich jetzt entscheiden müsste, den praktischen Nutzen immer noch am wichtigsten, wobei dieser auch einfach nur Zeitvertreib sein kann. Ehrlich gesagt interessiert mich auch ein schickes Design weniger, wenn das Gadget nicht funktionell ist. Ich würde das Standard-IT-Grau immer einem Klavierlackschwarz vorziehen, wenn das graue Gerät meine Bedürfnisse am ehesten erfüllt. Tatsächlich kommt es mir hier doch eher auf die inneren Werte an.
Abgesehen davon macht innovative Technologie auch nur dann Sinn, wenn sie praktikabel ist.
Unter dem Strich bedeutet das also, dass innovative Technologie einen gewissen praktischen Nutzen für mich haben sollte (wie der aussieht, sei erstmal egal), wobei ich dann nichts dagegen habe, wenn sie in einem schicken Gewand daherkommt.
5. Bist du im Besitz von LG-Produkten? Wenn ja, welches befindet sich in unmittelbarer Reichweite?
Zuhause sitze ich vor einem LG-Monitor W2242T und bin damit sogar ziemlich zufrieden. Das ist leider auch schon alles.
6. Was bedeuted LG’s Claim “Life’s Good” für dich persönlich?
Für mich persönlich, ohne Bezug auf LG zunehmen, bedeutet „Life’s Good“, dass das Leben, trotz aller möglichen Widrigkeiten, eigentlich doch ganz schön gut ist. Das ist es ja auch.
Manchmal mögen vielleicht Dinge passieren, die einen ein wenig aus der Bahn werfen können, die den eigenen, persönlichen Rhythmus stören oder einen auch an den Rand der Verzweiflung bringen. Aber es gibt eben immer wieder Dinge, die das Leben lebenswert machen, die unangenehme Dinge relativeren und einen sagen lassen, dass das Leben eigentlich doch ganz schön gut ist.
7. Bist du ein Early Adopter?
Ich wäre gern ein Early Adopter, wenn es um Geräte und Gadgets geht. Allerdings sind neue, innovative Geräte für mich selten bezahlbar. Wenn es aber ein Onlineangebot ist, kann man sich fast sicher sein, dass ich es mir zumindest einmal anschaue.
8. Welche Geräte planst du, dir anzuschaffen ?
Bis vor kurzen hätte ich auf diese Frage mit “Na, ein Smartphone” geantwortet, was jetzt aber nicht mehr aktuell ist, da ich erst kürzlich eines gewann. Am liebsten würde ich mir also an neuen Gerätschaften erstmal einen neuen Fernseher zulegen, da ich immer noch auf einer Uraltröhre schaue, die nichtmal mehr über das eigene Stromkabel, geschweige denn über eine Fernbedienung, verfügt.
Viel nötiger wäre aber eine Mikrowelle und mit einem Brotbackautomaten liebäugle ich auch schon eine geraume Zeit.
Die neue XBox 360 fänd ich auch recht interessant, aber ich müsste auch mal über einen neuen Staubsauger nachdenken. Ist Blueray eigentlich noch aktuell?
Am allernötigsten allerdings müsste ich mal meinen Rechner aufrüsten und wahrscheinlich wird es auch darauf hinauslaufen.
9. Was würdest du dir in Zukunft für ein Gerät wünschen, welches es noch nicht gibt?
Klar, das Beamen muss endlich erfunden werden, Heisenbergsche Unschärferelation hin, Heisenbergkompensator her. Abgesehen davon, um mal eine Antwort zu geben, die vielleicht nicht jeder gibt, fände ich es gut, wenn die Augmented Reality praktikabler würde und ich mir nützliche Daten, zum Beispiel per Brille oder gar Kontaktlinse, in mein Sichtfeld einblenden lassen könnte. Ansonsten brauch ich noch alles, was uns die Science-Fiction-Filme der letzten 30 Jahre versprochen haben: Ein Hoverboard, Replikanten, Mondbasen, Holodecks und die Möglichkeit, meinen Geist in eine Maschine zu laden.
10. Wie findet man dich auf Twitter, Facebook und anderen Portalen? Wofür setzt du diese ein?
Ich hoffe doch mindestens gut. Abgesehen von schlechten Wortspielen treibe ich mich im Social-Media-Bereich (Ich sag eigentlich lieber Web 2.0, habe mir aber sagen lassen, dass der Begriff out sei) wie folgt herum:
http://www.twitter.com/Fadenaffe
http://www.facebook.com/marco.friedersdorf
http://www.facebook.com/MindsDelight
http://www.lastfm.de/user/fadenaffe
Die ganzen VZ-Geschichten lasse ich mal außen vor, weil das ja doch ganz schöner Unsinn ist. Außerdem benutze ich das eigentlich nur, damit meine Freunde, die sich vor Facebook scheuen, mit mir in Kontakt treten können.
Facebook allerdings nutze ich auf zweierlei Art. Natürlich privat, ganz normal, wie jeder andere auch, und eben verknüpft mit dem Blog. Auf der Fanseite wird der Feed importiert, auf meinem Blog findet man einen Facebook-Like-Button und über die Fanseite können meine Leser auch gern mit mir in Kontakt treten, was für viele vielleicht angenehmer ist.
Bei Twitter ist es ganz ähnlich. Neuste Beiträge werden automatisch getweetet und man kann vom Blog aus, als Leser, Beträge tweeten. Ansonsten nutze ich es allerdings zur puren Unterhaltung. Sowohl zu meiner, als auch zu der meiner Follower. Hoffe ich zumindest.
Außerdem ist es auch ein sehr gutes Tool, um gezielt und schnell prägnant zusammengefasste, aktuelle Informationen zu erhalten. Manchmal sogar direkt aus erster Hand.
Aber um ganz ehrlich zu sein nutze ich Twitter hauptsächlich auch als gewöhnlichen Chat. Ich weiß, dass das manche Leute ziemlich nervt, aber ich zwinge ja niemanden zu lesen, was ich so schreibe. Es ist aber auch ganz einfach so, dass man sehr leicht mit interessanten und netten Leuten in Kontakt treten kann, von denen manche sogar meine Leser sind. So ein direkter Dialog ist ja auch nie verkehrt.
11. Was beschäftigt dich zurzeit am meisten?
Tatsächlich beschäftigt mich momentan etwas, das so gar nichts mit dem Internet oder irgendwelchen Gadgets zu tun hat: Die Suche nach einem Halloweenkostüm. Ich mag das, mich zu Halloween zu verkleiden, zu basteln, zu überlegen und auf die kleinen Details des Kostüms zu achten. Dieses Jahr allerdings will mir gar nichts so recht einfallen. Aber es ist ja noch etwas Zeit.
12. Was hast du beim Bloggen über dich, deinen Blog und deine Leser gelernt?
Ich habe über mich gelernt, dass ich mit Kritik wirklich sehr schlecht umgehen kann. Ich rede nicht von konstruktiver Kritik, die darauf abzielt etwas zu verbessern zu helfen, die einfach nett gemeint ist, sondern die destruktive Art, die an den Pranger stellen möchte, in der dieses Ällabätsch-Feeling mitschwingt.
Ich habe aber auch gelernt, wie wertvoll Resonanz für mich ist. Wenn ich Dinge zeige, die ich selbst geschaffen habe, seien es Texte oder Bilder, dann freue ich mich tierisch, wenn ich dazu einen Kommentar erhalte und sei es nur ein einfaches “Find ich gut”. Auch hier wieder die Sache mit der Kritik, aber meistens sind die positiven Meldungen doch in der Mehrzahl. Das gilt ebenso für Content, den ich irgendwo anders aufschnappe, da ich ja darauf achte, etwas zu schreiben oder zu erklären, wie ich es eingangs schon erwähnte.
Ebenso gelernt habe ich, dass es im Internet doch recht viele Menschen gibt, die so ähnlich ticken wie ich. Das ist für mich eine sehr wichtige Erkenntnis und ich glaube, dass es jedem gut tun würde, zu wissen, dass man mit seinen Hobbys, Vorlieben, Ansichten und Interessen nicht wirklich allein ist, nur weil es im direkten Umfeld niemanden gibt, der sie teilt. Es schadet selten, wenn man diese Leute mal kennenlernt, denn wenn man sich online schon gut versteht, so habe ich die Erfahrung gemacht, dann klappt das meistens gut von Angesicht zu Angesicht. Ich spreche hier extra nicht von der Realität, aber das ist ein anderes Thema.
Gelernt habe ich außerdem, dass es sehr praktisch ist, wenn man gelernt hat, seine Gedanken in Worte zu fassen. Ich glaube, dass das eine Fähigkeit ist, die man nicht unterschätzen sollte. Zum einen wirkt man auf gewisse Weise schöpferisch, zum anderen beginnt man, sich anders auszudrücken. Gewählter vielleicht, sicher überlegter.
Man lernt neue Wörter kennen, weil man in einem Text nicht zu oft dasselbe verwenden möchte und nach Synonymen googelt.
Es gibt sicher noch eintausend andere Dinge, die ich gelernt habe und noch lernen werde. Fragt mich doch am Besten in einem Jahr noch einmal.
13. Auf welche Frage hättest du im Moment keine Antwort parat?
Auf diese hier zum Beispiel.


Der Marco ist einfach awesome
Das Interview gefällt mir gut und ich hoffe Marco wird der Blog-Welt noch lange erhalten bleiben =)
Alles klar, auf der Seite hier sieht das wirklich nach sehr, sehr viel Text aus. Das tut mir Leid, ich hoffe, es langweilt niemanden zu sehr