Jörg

Zweidimensionale Fernsehbilder in 3D-TV-Bilder konvertieren

Von I

Heute bereits verfügbare 3D-Fernsehgeräten wie der LG 55LX9500 TV können faszinierende 3D-Bilder nur von passenden Blu-ray Playern wie dem LG BX580 beim Abspielen einer “echten” 3D Blu-ray wiedergeben. Sonst ist das Angebot an 3D-Sendungen sehr dünn gesät und geht übergelegentliche Ereignisse oder Testsendungen nicht hinaus. Deswegen steht immer wieder die Frage, ob das heute übliche TV-Programm elektronisch auf 3D-umgerechnet werden kann. Ja, das geht, ich hatte im Artikel LG Electronics – Vorreiter bei 3D-Technologien auch bereits den Ansatz von LG erläutert.

Technisch gesehen geht es darum, die auch in zweidimensionalen Bildern (also Bilder, die mit nur einem Objektiv aufgenommen wurden) vorhandene Tiefenwirkung auszunutzen. Die Tiefenwirkung von Bildern entsteht in unserem Kopf durch Erfahrungen, die wir im Laufe des Lebens gemacht haben: Unsere Erinnerung an Größe und Form der Objekte und deren Größenverhältnisse ermöglicht uns eine Vorstellung der Entfernung, die Objekte von uns haben.

Aber es gibt auch Fakten, die man einer Software zur Konvertierung von 2D nach 3D beibringen könnte:

  • Kleinere Objekte sind üblicherweise weiter weg als größere (Perspektive)
  • Wenn ein Objekt Teile eines anderen verdeckt, dann ist es weiter entfernt (Überlappung, Interposition).
  • Objekte, die sich bei einem Kameraschwenk schneller bewegen sind näher als solche, die ihren Standort kaum verändern (Parallaxe)
  • Weit entfernte Objekte sind oft durch Nebel und Dunst nicht oder nur schwer sichtbar.

All diese Hinweise vermitteln Tiefeninformation, selbst dann, wenn wir eine Szene nur mit einem Auge oder eben auch an einem normalen Fernsehgerät sehen. Gut gemachte Filme in HD-Qualität (z.B. einige Naturdokumentationen oder Spielfilme von “normalen” Blu-ray’s) haben eine tolle Tiefenwirkung, Sie sind eine zweidimensionale Darstellung, die einen 3D-Effekt in hoher Qualität vortäuscht.

Tiefenwirkung entsteht also auch beim Sehen mit nur einem Auge. Das Auge sieht immer nur die Fläche, in einem festen Abstand. Echtes 3D dagegen entsteht nur, wenn wir Bilder so sehen, wie wir sie anstelle der Kamera mit beiden Augen von der gleichen Stelle ebenso sehen würden. Die Objekte erscheinen in ihrer wirklichen Distanz. Daraus resultiert, dass wir nun unsere Augen nicht mehr unbewegt auf eine Stelle fokussieren, sondern genau auf diese unterschiedliche Entfernungen einstellen müssen – so, wie wir das in der Natur unbewusst auch tun.

Und damit sind wir genau an dem Punkt, wo das technisch Mögliche anfängt, uns möglicherweise Kopfschmerzen zu machen: Bei der Umwandlung von 2D-Fernsehbildern in 3D-Visionen müssen die vorher von nur einem Punkt aufgenommene Aufnahme in Bilder für jedes Auge aufgesplittet und die Bilder so bearbeitet werden, dass verschiedene Distanzen empfunden werden. Bis das zufriedenstellend und vor allem fehlerfrei gelingt, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Eine Voraussetzung für da Funktionieren der Technik wäre beispielsweise, die Filme/Nachrichten unter Berücksichtigung der späteren Konvertierung aufzunehmen – Zukunftsmusik. Das Fazit aber ist eindeutig: Diese Konverter sind im Kommen und werden umso besser, je mehr die Programmierer aus der Vielzahl der täglichen Bilder lernen werden.