Jörg

3D-TV nach Firmware-Update mit vorhandenen Receivern?

Von I

Oft wundert sich der Laie über die technische Entwicklung und ist erstaunt, was aus der modernen Technik alles herausgeholt wird. Gerade beim Thema 3D-Fernsehen jagt heuer eine Meldung die nächste.

Das Bezahlfernsehen Sky zum Beispiel kündigte an, dass einige Sendungen  – Fußball als Anreiz natürlich dabei –  nach einem Firmware-Update mit dem gleichen Receiver wie bisher zu empfangen sind. Dass ein 3D-Fernsehgerät wie beispielsweise der LG 55LEX8 Nano Full LED 3D TV und die passenden Brillen dafür nötig sind, das leuchtet ein. Aber einfach den bisherigen HDTV-Receiver nach einem kurzen Firmware-Update weiterbenutzen? Der ist doch meist älter als die heute übliche 3D-Technologie? Ich musste in der letzten Zeit häufig die Frage beantworten, wie das Verfahren funktioniert.

Bei Wiedergabe des 3D-Inhalts einer Blu-ray werden zwei vollständige Full-HD-Filme in 1080p übertragen, quasi für jedes Auge einer. Das passende 3D-Fernsehgerät erledigt die Darstellung für aktives oder passives 3D. Der übliche HDTV-Sat-Receiver ist in der Lage, HD-Bilder mit 720p oder 1080i zu übertragen. Im Rahmen dieser Vorgabe werden nun zwei Bilder übertragen, eben für jedes Auge eines.

Der Trick ist einfach. Es werden nicht wie zum Beispiel bei der Wiedergabe einer Blu-ray zwei vollständige Bilder übertragen, sondern zwei anamorphe komprimierte Halbbilder – je eines für das rechte und eines für das linke Auge. Das Verfahren heißt side-by-side (Seite an Seite, nebeneinander). Damit wird die bisher übliche Datenmenge nicht überschritten. Der Receiver muss nun nur mit diesen veränderten Informationen umgehen und diese an das Fernsehgerät übertragen können – dafür ist das Firmware-Update nötig. Das 3D-Fernsehgerät entzerrt die beiden Teilbilder auf das volle Bildformat und stellt die Bilder für die aktive oder passive 3D-Wiedergabe dar. Mit den zugehörigen Brillen entsteht dann der räumliche Effekt.

Ich konnte bisher noch keine solche Sendung unter Heimbedingungen sehen, kann also zur Qualität nichts aus eigener Erfahrung beitragen. Aber das Verfahren hört sich vielversprechend an und erste Tests bescheinigen dem Verfahren Praxistauglichkeit. Warten wir ausführliche Tests ab.