Jörg

Mobiles Internet – Aufwand und Nutzen

Von I

” … so wirklich weg warst du ja auch nicht wirklich … ” Das kommt dabei raus, wenn man sich mit der nötigen Technik ausgestattet in ein Krankenhaus begibt und die dort überreichlich vorhandene Zeit mit einem LG Netbook und einem LG GD880 mini verbringt. Man ist halt nicht nur erreichbar für SMS und via Telefon, man kann sich sogar intensiver als im “normalen Leben” via Twitter, Blog und via Mail am “Leben da draußen” beteiligen. Zeit ist ja genug und wenn der Körper mitspielt …

Und ich habe insteressante Erfahrungen gemacht durch das Schließen der Kommunikationslücke durch den Erwerb des Netbooks – vor allem im Vergleich zum vorherigen Krankenhausaufenthalt. In seinem Artikel Deutschland: Zurückhaltung bei der Anschaffung mobiler Internetgeräte hat Frank die Frage aufgeworfen, warum der Trend in Deutschland aber nicht so stark wie in anderen Ländern zum Smartphone bzw. Netbook geht. Ich bin also kein typischer Fall.

Nach meinen Erfahrungen hängt das Interesse am mobilen Internet zunächst mit der Lebenssituation zusammen. Wer beruflich viel unterwegs ist, der kommt an einem Smartphone kaum vorbei und hat mindestens ein Notebook für das Arbeiten zwischendurch. Manchmal reicht auch die Kombination Handy/Notebook, wenn ein Surfstick oder das WLAN Hauptverbindungswege ins Internet sind. Wer also berufliche Notwendigkeiten hat, der ist aktuell bereits ausgestattet.

Aber privat? Mit jedem modernen Handy kann ich bei Bedarf in das Internet – ein Netbook dagegen hält als alleiniger Arbeitsrechner den Vergleich mit einem ausgewachsenen Notebook nicht Stand. Muss es ja auch nicht. Also wird nur derjenige, der wie ich in einer Situation ist, über das Mobilfunknetz ins Internet zu müssen, nach einem Netbook schauen – als Ergänzung zum Handy und zum Notebook. Aber die zusätzlichen (in Bezug auf die im Haushalt bereits vorhandene Internetverbindung) Kosten für den Zugang zum Internet via Mobilfunknetz sind nicht zu unterschätzen. Und da liegt für mich die Antwort – diese Kosten sind einfach zu hoch. Schaut euch eure Verträge mal unter diesem Gesichtspunkt an: Zusätzlich zu den zu Hause ohnehin aufgelaufenen Kosten für Internet/Telefon war ich in zwei Tagen Krankenhausaufenthalt fast 10 Stunden online und habe dabei ca. 220 Megabyte Daten übertragen. Dazu kommen noch die zusätzlichen Kosten für die mündliche Kommunikation via Handy … Was würde Euch das kosten? Für mich hat sich der betriebene Aufwand für das mobile Internet aber gelohnt.

Mein Fazit ist also einfach: Es gibt zu wenige maßgeschneiderte Angebote für spezielle Nutzerprofile wie meines. Ich könnte mit einem Nur-Mobilfunk-Internet nichts anfangen, dann hätte ich nur EDGE im Home-Office. Unterwegs dagegen könnte ich überall kostenlos ins WLAN – wenn denn mein Provider nicht nur auf Autobahnraststätten und ausgewählten Bahnhöfen, Zügen, Hotels sonder wirklich überall verfügbar wäre. Und so, wie es ist, fallen außer den Gerätekosten eben noch weitere Kosten an, die eine Entscheidung für Smartphone oder Netbook im privaten Bereich beeinflussen.

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