In Europa, Nordamerika und in Teilen von Asien wird viel Geld in die Forschung von Solarzellen und deren Wirkungsgrad investiert. Ziel ist natürlich die Unabhängigkeit von Erdöl & co. und die Reduzierung der hierdurch resultierenden Umweltbelastung.
In großen Teilen Afrikas, speziell in den ländlichen Regionen, sieht die Sache allerdings ein wenig anders aus. Viele Menschen haben keinen Zugang zu Strom oder wenn nur zu sehr schlecht ausgebauten Stromversorgungen, die nicht in der Lage sind Strom wie hier bei uns in Deutschland zuverlässig zu liefern. Somit ist selbst das für uns selbstverständliche Mobiltelefon schon in Ermangelung der Möglichkeit das Akku zu laden purer Luxus.
Eine Lösung für dieses Problem ist gerade in Afrika, mit seinen überdurchschnittlich vielen Sonnentagen, natürlich Solarenergie. Eine etwas unhandliche Version der Aufladung des Handys durch Solarenergie hatten wir euch bereits im Artikel “Mit Sonnenenergie das Handy auftanken” vorgestellt. Diese Solarladegeräte sind allerdings teuer und nicht unbedingt an die afrikanischen Bedingungen angepasst. Der kenianische Mobilfunkanbieter Safaricom versucht nun mit dem Solarhandy “Simu ya Solar” (Swahili: Telefon mit Solarzellen), diese Lücke zu schließen und verkauft ein Handy mit Solarzellen auf der Rückseite.
Simu ya Solar ist Kenias erstes solarbetriebenes Mobiltelefon und wird vom Provider Safaricom für umgerechnet ca. 28€ angeboten. Das aus Recyclingmaterialien hergestellte Gerät, erreicht für den kenianischen Mobilfunkmarkt vergleichsweise hohe Absatzzahlen. Mit dem Solar-Panel kann das Handy innerhalb von 6 Stunden aufgeladen werden – Sonne vorausgesetzt. Wenn es einmal doch bewölkt sein sollte, so kann man das Ladekabel benutzten, welches direkt mitgeliefert wird. Doch eine Stromquelle muss man in diesem Fall wohl erst einmal suchen.
Ein Solar-Handy ist allerdings völlig wertlos, wenn keine Mobilfunk-Basisstationen zur Verfügung stehen. Safaricom hat hierfür ebenfalls eine Lösung: Die Netzversorgung erfolgt über rund 60 Mobilfunkstationen, welche durch alternative Energien betrieben werden. Genutzt wird je nach Standort Wind- und Sonnenenergie.
Das Handy wurde dieses Jahr auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt. Auf eben diesem hat LG die Notwendigkeit grüner Technologien im Mobilfunkbereich betont. LG hat in diesem Bereich bereits Erfahrungen mit Solarenergie bei der Bluetooth-Freisprecheinrichtung LG HFB500 sammeln können und wird zukünftig auch selbst Solarzellen herstellen.
(Quellen: Golem.de & ROCKETBOOM)

2 Kommentare
Diese Bemühungen gibt es schon seit geraumer Zeit. Wäre toll wenn man so schrittweise immer mehr Menschen in die weltweite Komunnikation integrieren kann.
Da 28Euro für ein Handy für viele potentielle Kunden immer noch über den Möglichkeiten liegt, sind Modelle wie z.b. ein Telefon pro Dorf was alle nutzen können eventuell ein gangbarer Weg. Das wird ja schon hier und da erfolgreich getan.
find ich ne gute Idee. Hoffentlich wird das auch umgesetzt und scheitert nicht an politischen Hürden.