Diese Woche mit Marc Heckert, online Redakteur bei der Aachener Zeitung. Privat bloogt er auf Moorbraun.
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Christoph: Warum heißt dein Blog so wie er heißt?
Marc: Das ist leicht: “Moorbraun.de” heißt so, weil mein alter Mercedes diese Farbe hat. Als ich den Wagen 1993 gekauft habe, war es das Auto mit dem niedrigsten Coolnessfaktor in der ganzen Stadt. Heute sprechen mich alle auf diesen tollen Schokoladenton an, weil es den es sonst nirgendwo mehr gibt. Da hat sich der Name von selbst ergeben. Das Blog drehte auch anfangs nur um meine Erlebnisse mit diesem Wagen, mit der Zeit wurde dann ein Auto- und Reiseblog draus.
Warum bloggst du?
Ich kann nicht anders. Es macht zuviel Spaß. Und wie jede Sucht verändert Bloggen mit der Zeit das ganze Leben: Man achtet zum Beispiel darauf, ständig eine Kamera dabei zu haben. Und hat bei allem, was man erlebt, sofort im Hinterkopf, wie man es später ins Blog bringen wird. Man entwickelt ein Auge für ganz andere Details.
Bist du ein Nerd?
Eher nicht. Natürlich bin ich ein bisschen technikverliebt, aber ich beschäftige mich nicht mit der Technik um ihrer selbst willen. Ein früherer Kollege hat mir mal gesagt: “Du bist keiner, der in seiner Freizeit Konfigurationsdateien liest.” Immerhin war ich früher in der Schule wahrscheinlich ein Geek, zählt das auch?
Was ist dir am wichtigsten, wenn du dir ein Gadget kaufst: Design, Technologie oder der praktische Nutzen?
Hm, mal überlegen… ich habe keinen iPod, sondern einen normalen Sansa-Player – wegen des auswechselbaren Akkus. Ich hab kein iPhone, sondern einen Orbit-PDA – weil der zwar langweilig aussieht, aber so schöne Sachen hat wie GPS mit TMC, Radio mit RDS, UMTS mit HSDPA und natürlich WLAN. Und weil er so viel billiger ist. Also würde ich antworten: Ich achte auf Nutzwert, Preis und möglichst viele komplizierte Buchstabenkombinationen.
Twitter Fan?
Meine Güte, nein! Ich habe bis heute nicht verstanden, was daran so toll sein soll. Ich bin wohl einfach nicht vernetzt genugt. Wenn eine Gruppe von Freunden miteinander über Blogs kommuniziert, dann ist Twitter sicher ein witziges Tool, um die Leute über sein Tun und Lassen auf dem Laufenden zu halten. Oder wenn man ein Popstar ist und seine Groupies bei der Stange halten will. Mein kleines Blog wird eher von Auto- und Reisefans gelesen, die interessiert’s jetzt nicht sooo brennend, wo ich abends herumhänge.
Worüber schreibst du am liebsten in deinem Blog?
Jeder Blogger hat ja seinen eigenen Stil. Meiner sind Bilder. Viele Bilder. Meine Artikel sind oft eher Fotostorys. Als Journalist fotografiere ich nun mal gerne (nicht gut, aber gerne). Wenn ich einen Blogbeitrag ohne Foto abspeichere, habe ich immer das Gefühl, dass da etwas fehlt.
Was ist die Zukunft der Blogs?
Ein Blog ist nichts anders als eine Webseite mit einem besonders einfach zu bedienenden Content Management System. Das Revolutionäre an Blogs ist, dass sie auch Menschen ohne große Technikkenntnisse das Publizieren für ein weltweites Publikum ermöglichen. Das wird sich ausbreiten. In einigen Jahren werden Blogs so normal sein wie heute E-Mail-Adressen. Es wird zwar nicht jeder ein Blog haben. Aber es wird immer Menschen geben, die gerne schreiben, und einige davon werden auch von größeren Lesergruppen wahrgenommen. Auch als Quelle von Nachrichten und Neuigkeiten werden Blogs immer wichtiger – und damit als Gegenöffentlichkeit zu etablierten Medien.
Wenn es keine Blogs gäbe”¦?
Hätten Journalisten immer noch das Informationsmonopol und wären die alleinigen Hüter und Verkünder der Wahrheit. Dass dies nicht mehr so ist, ist allerdings bei vielen Kollegen noch nicht angekommen.
Was beschäftigt dich zurzeit am meisten?
Ich habe gerade eine zweieinhalbwöchige Motorradtour durch Norwegen, Schweden und Dänemark hinter mir. Unterwegs habe ich versucht, meine Eindrücke als Reiseblog “live” zu verarbeiten. Das hat mangels Internetzugang allerdings nicht immer geklappt. In den vergangenen Tagen habe ich die restlichen paarhundert Bilder sortiert, eine Auswahl bearbeitet, zu Flickr hochgeladen und mit dem Blog verlinkt. Damit es beim nächsten Mal besser läuft, habe ich mir vor ein paar Tagen den oben erwähnten PDA gekauft, über den ich mein Blog in Zukunft unterwegs füttern möchte. Das werde ich jetzt mal üben. “Mobile Blogging” wird mit Sicherheit noch ein spannendes Thema.

