Heute mit Johnny Häussler vom bekannten Spreeblick Blog.
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° Christoph:Warum heißt dein Blog so wie er heißt?
Johnny: Im Jahr 2001 hatten die Büros unserer damaligen Agentur tatsächlich einen prächtigen Spreeblick, und als wir auf der Suche nach einem Name für ein ursprünglich als Stadtmagazin geplantes Online-Portal waren, kam einer unserer Mitarbeiter auf den Namen “Spreeblick”. Da die Domain frei war, haben wir sie registriert und ich habe ein Blogsystem aufgesetzt. So ging das los.
° Warum bloggst du?
Ich habe mich bei vielen bisherigen Tätigkeiten öffentlich geäußert, ich war Musiker und Radio-DJ. Geschrieben habe ich auch schon immer, also schien das Bloggen eine natürliche Fortführung meiner bisherigen Tätigkeiten zu sein.
° Bist du ein Nerd?
Ich bin kompletter Gadget-Freak und beschäftige mich bspw. mit Handies und elektronischen Organizern seitdem es sie gibt, benutze Macs seit inzwischen rund 25 Jahre und verfolge auch Web-Entwicklungen mit immer noch sehr großem Interesse. Ich bin dennoch eher Pragmatiker, ich muss bspw. Linux nicht benutzen, nur weil es schicker ist, auf der Shell rumzutoben statt Icons zu klicken (wobei man das mit der Shell natürlich auch unter OS X machen kann).
Does that make me a nerd?
° Was ist dir am wichtigsten, wenn du dir ein Gadget kaufst: Design, Technologie oder der praktische Nutzen?
Das geht alles Hand in Hand: Die sinnvolle und quasi “blinde” Bedienbarkeit steht an erster Stelle, aber das Gerät muss auch äußerlich passen. Wenn ich etwas den ganzen Tag vor Augen habe und benutze (Laptop, Betriebssystem, Handy, Digitalkamera), möchte ich dabei nicht gekränkt werden und ich möchte, dass das Gerät mir folgt und nicht ich ihm. Ich halte Interface-Design für eine der spannendsten technologischen Herausforderungen, denn wir sind ja noch im Steinzeitalter, was z.B. die Bedienung eines PCs angeht. Allein die Schreibtisch-Metapher zeigt, dass wir immer noch die “echte” Welt simulieren müssen, um Zugang zur virtuellen zu bekommen. Das wird sich in den nächsten Jahren rasant ändern.
° Twitter Fan?
Nach anfänglichen Zweifeln und Zögern: Absolut. Ich habe derzeit 1,434 Follower und folge selbst über 800 Leuten. Das Faszninierende an Twitter ist die Schlichtheit der Idee gepaart mit der Maße an Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Im Bereich der Dienste, die auf Twitter basieren, wird noch einiges passieren, glaube ich. Ich versuche gerade zu lernen, wie man die Twitter-API benutzt.
° Worüber schreibst du am liebsten in deinem Blog?
Das ändert sich je nach Tageslaune, aber am zufriedensten bin ich, wenn ich es geschafft habe, mit einem guten Text viele Leute gut unterhalten zu haben, ohne dass sie dabei ihr Hirn abstellen mussten.
° Was ist die Zukunft der Blogs?
Publikationen im Netz sind ein sich konstant wandelnder Strom “¦ Twitter bringt die Microbloggin-Ebene hinzu, welche sich bestimmt immer mehr mit “herkömmmlichen” Blog-Einträgen vermischen wird (Blog-Posts für Artikel, Tweets für Link-Tipps und Kurznachrichten),aber wer weiß schon, auf welche tollen Einfälle man noch kommen wird?
° Wenn es keine Blogs gäbe”¦?
“¦ würden wir dieses Interview nicht führen.
° Was beschäftigt dich zurzeit am meisten?
Einige private Dinge (glücklicherweise nichts Schlimmes, aber eben Sachen, die Überlegung brauchen), die Zukunft von Spreeblick und die Frage, wie ich die ganzen Ideen, die man so hat, schneller, besser und effizienter umsetzen kann.
Viele Grüße,
Johnny
