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Neu: Das Blogger Interview Der Woche

An dieser Stelle werden wir euch künftig unseren Blogger der Woche vorstellen. Den Anfang macht Alexander Endl von Zielpublikum den wir nun auch ohne weitere Umschweife zu Wort kommen lassen möchten:

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° Warum heißt dein Blog so wie er heißt?

Meine Lieblingsfrage! Mein Blog trägt ja quasi einen Doppelnamen: Endl.de Weblog und Zielpublikum Weblog ““ kann man halten wie man will und das spiegelt auch das wieder, was ich immer mit meinem Blog wollte: die Mischung aus persönlichem Bloggen und Bloggen mit einer Intention, Zielpublikum eben. Bloggen als Endverbraucher, über die alltäglichen Leiden im Fokus von Marketing und Werbung und natürlich als Konsument.

° Warum bloggst du?

Man sagt Bloggern einen gewissen Persönlichkeits-Exhibitionismus nach, manche nennen es auch etwas despektierlich “Rampensau” ““ ich denke da liegt man so falsch nicht. Es ist ein gewisser Drang danach, andere mit seinen Thesen und Meinungen zu konfrontieren ““ und manchmal braucht man nicht einmal ein Feedback danach, einfach das Bewußtsein es gesagt zu haben reicht bisweilen. Das ist gerade als Zielpublikum-Blogger so: Endlich mal die Chance und Gelegenheit zu haben, seine eigenen subjektiven Meinungen und Erfahrungen zu veröffentlichen und damit nicht nur so manchen anderen Konsumenten eine (hoffentlich nützliche) Rezension anzubieten, sondern auch den Unternehmen und Herstellern mal ans Bein fahren zu können, wenn man mal wieder so richtig für blöd verkauft werden sollte. Das tut gut und schafft vielleicht peu a peu einen gewissen Druck von unten. Aber man darf es auch nicht nur negativ sehen: Ich lege großen Wert darauf auch positiv zu bloggen, also zu loben und zu empfehlen, wenn mir etwas gefällt.
Darüber hinaus sehe ich das Bloggen auch einfach als Kommunikationsform und ich publiziere Texte und Geschichten, was man sonst vielleicht nie hätte tun können oder auf einen Verlag oder eine Redaktion (und deren Wohlwollen) angewiesen war.

° Bist du ein Nerd?

Der Begriff Nerd hat ja eigentlich ne gewisse negative Konnotation. Für mich ist ein Nerd irgendwie immer noch einer, der mit ungewaschenen Haaren im versifften T-Shirt im Licht seines Monitors in seine verschmierte Tastatur hackt und seinen Rechner am Tisch stehen hat, weil er andauernd daran herumschrauben und ein- und ausbauen will. Und in dem Sinne: Nein, ich glaube ich bin kein Nerd. Was mich mit Nerds verbindet ist eine gewisse Technik-Begeisterung. Aber die Technik ist für mich in der Regel nur Mittel zum Zweck. Ich bin kein Computer- und Internet-Freak, ich bin ein Kommunikations-Freak, oder besser: ein Publikations-Freak. Dass man da Technik dafür braucht und sie verstehen muss, um sie zu nutzen, ist eher kausal.

° Was ist dir am wichtigsten, wenn du dir ein Gadget kaufst: Design, Technologie oder der praktische Nutzen?

Ich kann einem hässlichen, aber höchst funktionalem Ding durchaus etwas abgewinnen und mich dafür eine Zeit absolut begeistern, das war es dann aber auch schon. Damit leben wollte ich dann nicht, da suche ich durchaus eher die schönen Dinge und hasse es, wenn ich zwischen Schönheit und Funktionalität wählen muss. Daher geht manchmal eine ganze Zeit dafür drauf (und Geduld meiner Mitmenschen) wenn ich vor die Wahl gestellt bin und hin und her abwäge.

° Twitter Fan?

Nein. (Nein!) Ich verstehe es nicht einmal und das irritiert mich dezent. Ich habe für wirklich viele so genannter Web-2.0-Dinge eine Affinität, aber bei Twitter hörte es auf. Wenn man Nachberichte zur re:publica liest, scheint das Thema gerade jeder richtig zu hypen. Ich schreibe aber eben lieber längere Artikel und diese kurzen Einwürfe sind einfach noch nicht bei mir angekommen. Wobei ich gerade zu dem Thema aktuell diesen Artikel lese:

http://www.duckhome.de/tb/archives/2393-Twitteritis.html

° Worüber schreibst du am liebsten in deinem Blog?

Persönliches und Verbraucherthemen. Wobei ich mit Persönliches keinen Seelenstrip meine, mein Privatleben erscheint hier ““ wenn überhaupt ““ eher kodiert und in der dritten Person. Es geht mir um persönliche Themen, aber auch gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche aus persönlicher Sicht. Daneben natürlich die Sache mit dem Zielpublikum, aber das hatte ich ja bereits angesprochen. Auch Fußball war lange ein Thema, aber das habe ich nun in mein “Zweit-Blog” kanalisiert: www.clubfans.de

° Was ist die Zukunft der Blogs?

Hatte ich das bis dato nahezu als gesichert und unverrückbar gesehen, dass sich Blogs durchsetzen werden, habe ich heute mehr denn je Bedenken. Das liegt einfach an der Entwicklung der Blogosphere, die ““ nach meinem Empfinden ““ stagniert. Nur in speziellen Themen scheint sich das Format gut zu etablieren, wie eben ein spezielles Produktblog oder Fan-Blogs. Als allgemein Kommunikationsform des Privatblogs ist die Twitter-Alternative vielleicht tatsächlich die Zukunft, einfach weil die Leute immer weniger (gemeint ist: kürzeres) lesen und schreiben wollen. “Menschliches Schwarmverhalten” nennt das Jochen Hoff, das trifft es.

° Wenn es keine Blogs gäbe”¦?

Gäbe es keine Blogs. Dann gäbe es was anderes, aber um das Format geht es eigentlich nicht. Es geht um die Möglichkeit des Jedermann zu kommunizieren. Und das zu stoppen, dazu muss man das Internet stoppen “¦ oder in den Griff kriegen”¦

° Was beschäftigt dich zurzeit am meisten?

Meine Lüftersteuerung, die nächste Woche, der mögliche Abstieg meines Lieblingsvereins und “¦. ich glaub das war”™s.

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